Taiji ist die Kunst des Wandels, der Veränderung. Nicht so sehr die Positionen einer Form sind eigentlich der Hauptfokus (und auch nicht das Hauptproblem beim Erlernen einer Form). Denn die Formpositionen an sich sind Qigong-Positionen. Es ist eine sehr gute Übung, die Form zu durchfliessen, und in jeder Endposition inne zu halten und hinein zu sinken, wie Teig in eine Kuchenform, die physische und energetische, später die geistige Qualität jeder Position genau zu empfinden, zu erfahren und zu verinnerlichen. Das kannst du eine Minute lang machen, fünf zehn, eine Stunde… Eine grossartige Übung!
Doch, wie gesagt - der Hauptfokus des Taiji als Gesamtes ist nicht die Position, sondern der Veränderungsprozess, der Wandel, der sich im "Übergang" von einer Position zur anderen vollzieht. Taiji befasst sich mit der Veränderung, mit der Dynamik, mit der polaren Einheit von Yin und Yang, die immer in Bewegung ist. Und müssen wir in unseren Tagen Veränderung nicht ganz genau verstehen und damit klar kommen? Sowohl unsere Mitte darin zu bewahren als auch, und das ist das zweite Stadium im Taiji, kreativ und konstruktiv damit umzugehen?